RaMBaM über den Wein der Nichtjuden

Abū ʿImrān Mūsā ibn ʿUbaid Allāh(!) Maimūn al-Qurṭubī wurde er genannt, damals im 12. Jahrhundert im muslimischen Cordoba und später im ägyptischen Kairo. Heute allerdings ist er unter der gräzisierten (griechisierten) Form seines Namens bekannt, nämlich Moses Maimonides. Viele Juden hingegen nennen ihn kurz und bündig RaMBaM, was ein Akronym für Rabbi Mosche Ben Maimon ist.

Maimūn al-Qurṭubī gilt als einer der bedeutendsten jüdischen Gelehrten überhaupt und war jahrzehntelang das geistige Haupt der orientalischen Judenschaft.

Wir werden auf diesem Blog sicherlich noch des Öfteren von diesem Gelehrten lesen, heute jedoch soll es um ein jüdisches Rechtsurteil aus seiner Feder gehen.

Folgendes ist ein kurzer Auszug aus diesem Rechtsurteil “über den Wein der Nichtjuden”:

Übersetzung:

«Es ist verboten, den Wein von Nichtjuden zu trinken: Aber mit dem Wein von Nichtjuden, die keinen falschen Göttern dienen, wie den Muslimen, ist es erlaubt Geschäfte zu machen. Die Benutzung des Weins von Nichtjuden die falschen Göttern dienen, ist unter allen Umständen verboten.» – Mischne Tora, Maachalot Asurot 11:7

Der ehemalige Rabbinerschüler und Autor Ármin Langer kommentiert diesen Auszug mit folgenden Worten:

»Die jüdische Tradition geht sehr streng mit dem Thema Wein um: Nur jener Wein ist kosher, also für den Konsum geeignet, der während des ganzen Herstellungsprozesses von halachisch observanten jüdischen Männern betreut wurde, von dem Maischen der Trauben bis zur Reifung. Ein Wein, der von nicht-observanten jüdischen Männern, Jüdinnen oder Nichtjuden hergestellt wird, kann nicht kosher sein und soll nicht verzehrt werden.

Aber der Rambam erlaubt mit dem Wein der nicht-observanten Juden und Nichtjuden die keine Götzen anbeten, wie Muslime, Geschäfte zu betreiben. Dabei kodifiziert er, dass Muslime an den richtigen, einen Gott glauben und deswegen keine Götzendiener seien. Dasselbe erlaubt er mit dem Wein der Christen nicht (Kommentar zu Mischna Awoda sara 1:3). Der Rambam stuft sie wegen ihres Konzepts der Dreifaltigkeit als Götzendiener ein (Mischna Tora, Hilchot Awoda sara 9:4).«

(Quelle: Fremdgemacht & Reorientiert – jüdisch-muslimische Verflechtungen, Ozan Zakariya Keskinkılıç & Ármin Langer, Verlag Yilmaz-Günay, Berlin, 2018, Seite 154)

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